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Banken- und Finanzkrise 2.0: Wie Sie dem Auge des Hurrikans entkommen!

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Wir stehen unmittelbar davor, dem Auge eines gigantischen finanziellen Hurrikans zu begegnen, der seinen wahren Verlauf in 2007 nahm. Die Auswirkungen dieses Hurrikans werden schwerwiegender, länger andauernd und anders sein, als das, was wir zur Finanzkrise 2008/2009 erlebt haben.

Beginnen wir mit den USA: Seit 2008 hielt die Federal Reserve (Fed) die Zinsen bei null – gleichzeitig pumpte sie über die letzten acht Jahre 3,5 Billionen Dollar ins Finanzsystem. Diese beispiellosen „Stimulus“ Maßnahmen sollten die US-Wirtschaft wieder in Schwung bringen. Doch tatsächlich wird Amerika immer schwächer. Das jährliche US-Haushaltseinkommen ist durchschnittlich 2.500 Dollar weniger als in 2008. Und die Anzahl der Amerikaner, die von Lebensmittelkarten abhängig sind, hat sich über die letzten 10 Jahre nahezu verdoppelt. Die Erholung der US-Wirtschaft seit 2009 ist mit jährlich 2,1 Prozent die langsamste seit dem zweiten Weltkrieg.

Noch besorgniserregender ist der exponentielle Anstieg der Staatsverschuldung: Als Obama im Januar 2009 ins Amt kam, lag diese bei „nur“ 10,6 Billionen Dollar. Inzwischen hat die US-Regierung einen Schuldenberg von 19,5 Billionen Dollar aufgetürmt. Das entspricht einem Schuldenwachstum von 84 Prozent in nur sieben Jahren und acht Monaten. Das „Congressional Budget Office“ geht davon aus, dass die US-Schulden bis 2020 auf 22,6 Billionen Dollar anschwellen werden – und bis 2026 auf 29,3 Billionen Dollar. Und das ist nur die halbe Wahrheit über das tatsächliche Verschuldungsausmaß der Vereinigten Staaten von Amerika:

Laut aktueller Schuldenuhr (US Debt Clock.org), summieren sich zur Staatsverschuldung noch die privaten Schulden und nicht gedeckte Schulden für medizinische Versorgung und Sozialversicherung. Demnach beläuft sich die tatsächliche Schuldenlast der USA auf schockierende 103,5 Billionen Dollar oder 864.884 Dollar pro US-Steuerzahler! Das bedeutet: Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 18,4 Billionen Dollar, sind die USA mit 562 Prozent des BIP verschuldet! Zum Vergleich: Während des zweiten Weltkriegs, waren die USA „nur“ zu 112,7 Prozent verschuldet.

Überschuldung wird zur Epidemie!

Leider sieht es in Europa nicht besser aus – dramatisch ansteigende Verschuldungen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt entwickeln sich zu einer wahren Epidemie!

Wie das Informationsportal Dent Research (Bestseller-Autor Harry S. Dent) aus Daten von McKinsey und dem National Center for Policy Report ermittelte, ergibt sich für die Euro-Staaten folgendes Bild (Gesamtverschuldung des Bruttoinlandsprodukts, einschließlich staatlicher und privater Schulden sowie nicht gedeckten Verpflichtungen aus Pensions-, Renten- und Sozialleistungen):

  • Griechenland: 1.196%
  • Irland: 1.085%
  • Portugal: 931%
  • Frankreich: 923%
  • Großbritannien: 877%
  • Italien: 699%
  • Deutschland: 676%

Der Link zur Infographik:

http://economyandmarkets.com/harry-dent-the-global-banking-crisis-infographic/

Erschreckendes Bild im europäischen Bankensektor!

Die Verschuldungs-Levels der Staaten sind bereits schlimm genug – doch das Bild, das die Banken abliefern, ist noch sehr viel schlimmer!

Bei 10 Prozent, gelten Finanzinstitute technisch betrachtet als bankrott. Es handelt sich dabei um den prozentualen Anteil „notleidender“ oder auch fauler Kredite (Non-Performing-Loans) am Portfolio einer Bank.

  • In Italien hat sich der Anteil fauler Kredite auf 18 Prozent erhöht. Seit 2000 befindet sich die italienische Industrie im Niedergang um schrumpfte seither um rund 20 Prozent.
  • In Griechenland beläuft sich der Anteil fauler Kredite noch immer auf 34 Prozent – trotz Schuldenerlass.
  • Auf Irlands Bankensektor lasten faule Kredite in Höhe von 19 Prozent, in Portugal sind es 12 Prozent und in Spanien 7 Prozent.

Wie dramatisch der Zustand des europäischen Bankensystems ist, zeigen die Kursverluste der größten und wichtigsten Finanzinstitute seit 2007:

  • Italien: Unicredit -94%, Intesa -99%, Banco Popolare -98%
  • Frankreich: Credit Agricole -67%, Societe Generale -87%
  • Deutschland: Deutsche Bank -86%, Commerzbank -98%
  • Spanien: Santander -68%, Bankia -99%
  • Großbritannien: Barclays -80%, RBS -97%, Lloyds -86%
  • Schweiz: Credit Suisse -77%, UBS -84%

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Abb: Performance-Vergleich der Deutschen Bank, Barclays, Unicredit, Lloyds Banking Group und Credit Suisse seit 2007

 

Diese Entwicklung zeigt klar und deutlich, dass man als Gläubiger (Sparer) dieser Banken sehr besorgt sein sollte. Denn Kursverluste in diesen Größenordnungen implizieren nichts anderes als den Bankrott des gesamten Banken- und Finanzsystems. Der britische „Economist“ urteilte, dass von den 360 Milliarden Euro fauler Kredite in Italien nicht einmal die Hälfte ohne staatliche Hilfe zu schultern sei.

Warum das Problem von Italien auch IHR Problem ist!

Nur weil Landsmann Mario Draghi über sein gigantisches Ankaufprogramm italienische Staatsanleihen in die EZB-Bilanz nimmt und damit die Renditen künstlich niedrig hält (aktuell 2 Jahre -0,02% 5 Jahre 0,34%, 10 Jahre 1,35%), bedeutet das nicht, dass die Papiere sicherer geworden sind. Ganz im Gegenteil: Die Zinsen, die Italien zahlt, sind derzeit niedriger als die der USA. Doch das Land steckt in dramatischen Schwierigkeiten. Die Arbeitslosigkeit ist bei 12 Prozent, die Wirtschaft 10 Prozent kleiner als vor der Finanzkrise und das Bankensystem steht kurz vor der Implosion.

In italienische Anleihen zu investieren, ist in etwa so, die Aktie eines Unternehmens zu immer absurd höheren  Preisen zu kaufen, je näher die Pleite rückt. Es ist die Perversion von Kapitalismus und Ausdruck einer idiotischen Geldpolitik.

Falls Sie Ihr hart verdientes Geld Banken und Versicherungen anvertraut haben, sollten Sie wissen, welchen Risiken Sie ausgesetzt sind: Die Deutsche Bank hielt Ende des letzten Jahres etwa 15,8 Milliarden Euro italienischer Risikopapiere. Die Commerzbank hat etwa 10,8 Milliarden Euro italienischer Staatsanleihen in ihren Büchern. In zahlreichen Euro-Rentenfonds liegt die Quote italienischer Anleihen bei über 20 Prozent. Mit von der „Partie“ sind zahlreiche Lebens- und Rentenversicherungen, die in italienischen Papieren investiert sind. Die Allianz etwa, hatte per Ende 2015 ihren Bestand von italienischen Staatsanleihen mit 29 Milliarden Euro ausgewiesen. Zusätzlich hatte der Versicherer 1,5 Milliarden Euro in italienischen Bankanleihen investiert.

Weltweit belaufen sich die Forderungen der ausländischen Banken gegenüber Italien auf 550 Milliarden Euro. Französische Geldhäuser tragen mit 250 Milliarden Euro das größte Risiko, auf Platz zwei folgen deutsche Institute mit 92,7 Milliarden Euro. Jedes Kreditinstitut ist engmaschig miteinander vernetzt – fällt ein Dominostein, fallen alle anderen. Es wäre eine Illusion zu glauben, dass einzelne Institute noch stark genug wären, um zu überleben.

Das unvermeidliche Ende!

Was ist eigentlich mit der Einhaltung der „Maastricht-Kriterien“ oder „Bail-In-Regeln“? Nichts, denn wie sich herausstellt, können eigens aufgestellten Regeln, die ja der Problemlösung dienen sollten, nicht aufrechterhalten werden, ohne die nächste Krise auszulösen.

Die Brüsseler Bankenrichtlinie sah ursprünglich vor, dass zunächst private Eigentümer und Gläubiger der Banken (Anleihebesitzer und Kontoinhaber) in die Haftung genommen werden. Doch das geht nun leider nicht mehr, ohne einen Bankrun der Anleger zu riskieren. Sollten Sparer und Mittelstand in Italien bluten müssen, wird Matteo Renzi das für Oktober angesetzte Referendum zur Verfassungsreform verlieren und es würde vermutlich zu Neuwahlen kommen.

Die auf dem Vormarsch befindliche eurofeindliche „5-Sterne-Bewegung“, hat ihren Wählern für diesen Fall schon mal ein Referendum über den Verbleib in der Eurozone versprochen. Bedenkt man, dass die apokalyptischen Prognosen für Großbritannien nach dem Brexit ausgeblieben sind, wäre eine Mehrheit im abgewirtschafteten Italien durchaus vorstellbar. Das undenkbare Szenario eines Austritts aus dem Euro, würde ein beispielloses Chaos auslösen und wäre das definitive Ende der Gemeinschaftswährung. Dass Italien jemals in der Lage sein wird, seine Schulden zurückzuzahlen, ist ohnehin illusorisch. Sollte das Land aber die Lira einführen, würden sich die Schulden durch die Abwertung der Währung voraussichtlich schlagartig verdoppeln – so oder so sind die weiteren Aussichten also alles andere als ermutigend.

Bis dahin hat man mit der EZB eine perfekte Problemablade-Station gefunden, weil diese bekanntlich zu null Kosten und ohne Deckung Geld herstellt, um notleidende Anleihen von Staaten, Banken, Unternehmen und demnächst wahrscheinlich auch Aktien in die eigene Bilanz zu nehmen. Dank der beispiellosen Notenbank-Manipulationen, sieht in der heutigen Welt alles „sicher“ aus – selbst, wenn es kompletter Schrott ist.

Niemand weiß, wie lange das Schneeballsystem der endlosen Insolvenzverschleppung noch funktioniert. Je nachdem, in welche Richtung Regierungen und Notenbanken steuern, reichen die Zukunftsszenarien von Stagflation über Inflation/Hyperinflation bis hin zu wirtschaftlicher Depression, einschließlich drastischer Schuldenschnitte und Vermögensverlusten.

Deshalb mein eindringlicher Rat: Schichten Sie, solange es noch möglich ist, von Geldwerten in Sachwerte um.

  • Meiden Sie sämtliche Geldwertanlagen wie Anleihen, Inhaberschuldverschreibungen, Rentenfonds, Tagesgelder, Sparguthaben, Geldmarktfonds, Mischfonds, Lebensversicherungen oder Riester-Verträge – neben den Ausfallrisiken durch einen bankrotten europäischen Bankensektor und bankrotte Euro-Staaten, droht die schleichende Wertvernichtung durch Inflation, beziehungsweise Strafzinsen.
  • Investieren Sie in ausgesuchte deutsche Wohnimmobilien! – Alles, was Sie über eines der sichersten, rentabelsten und bestgemangten Anlage-Alternativen im gesamten deutschen Immobilien-Universum wissen müssen, erfahren Sie hier!
  • Meiden Sie Aktien von Unternehmen mit hoher Verschuldung – bleibt die Wirtschaft weiterhin schwach, werden zahlreiche dieser Unternehmen an der Rückzahlung ihrer Verbindlichkeiten scheitern.
  • Achten Sie bei klassischen Dividendenwerten darauf, dass die Unternehmen ihre Ausschüttungen aus dem erwirtschafteten Gewinn finanzieren – und nicht über neue Schulden.
  • Halten Sie an physischen Edelmetallen und den im CompanyMaker favorisierten Minenwerten fest – Gold und Silber kennen kein Gläubiger/Schuldner-Verhältnis und sind „wahres Geld“.

 

Viele Grüße

Ihr Uli Pfauntsch

Chefredakteur www.companymaker.de / www.investman.de

 

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Über den Autor

Chefredakteur CompanyMaker, Spezialgebiet Gold, Silber, Minenwerte, Öl & Gas, Wachstum.

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