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Öl – Produktionsausfälle von 3,8 Millionen Barrel pro Tag! Das sind die Folgen!

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Ursprünglich war geplant, die Öl-Long-Position auf WTI für unser CompanyMaker-Zertifikate-Depot im Bereich von 40,00 Dollar auszubauen. Doch Anfang Mai durchkreuzte das Großfeuer um die kanadische Stadt Fort MacMurray unsere Pläne.

Zwischenzeitlich wurden durch die Waldbrände in Alberta/Kanada geschätzte 1,2 Millionen Barrel Öl pro Tag vom Netz genommen, nahezu die Hälfte der gesamten kanadischen Ölsandproduktion. Es war die größte Unterbrechung in Nordamerika seit dem Hurrikane Ike im Jahr 2008. Auch wenn die Ölsandproduktion voraussichtlich ab Juni wieder hochgefahren werden kann, wird der Produktionsausfall zu einer signifikanten Entspannung der U.S. Lagerbestände beitragen.

Nigeria – Terrorgruppen zerstören Öl-Infrastruktur

Gleichzeitig steht die Ölproduktion in Nigeria unter gezielten Attacken militanter Gruppen. Vor kurzem sprengten die Angreifer eine Pipeline der italienischen ENI im Niger-Delta in die Luft. Bislang ist die Ölproduktion Nigerias um mindestens 800.000 Barrel pro Tag gesunken. Wie sich in Nigeria zeigt, kann eine kleine, dafür aber schwer bewaffnete Anzahl von Kämpfern, dem Energiesektor empfindlichen Schaden zufügen.

Albtraum Venezuela: Ein Staat kollabiert

Ein weiterer Krisenherd ist Venezuela. Man kann derzeit zusehen, wie das Land in alle seine Einzelteile zerfällt und untergeht. Das Bruttoinlandsprodukt wird dieses Jahr voraussichtlich um 8 Prozent sinken, während die offizielle Inflation bei 180 Prozent steht. Seit dem Amtsantritt von Maduro in 2013, hat der der venezolanische Bolivar rund 98 Prozent verloren.

Die Ölproduktion in Venezuela ist von 3,4 mmbd in 2000 auf knapp 2,78 mmbd in 2015 gesunken. Schlumberger hat inzwischen begonnen, seine Operationen in Venezuela dicht zu machen, da man kein Geld bekommt. Das allein dürfte 150.000 bopd bis Jahresende vom Netz nehmen. Die Forderung von Schlumberger beläuft sich auf 756 Millionen Dollar. Wer Anteile des Ölservice-Giganten besitzt, den erwartet zum Jahresende eine dicke Abschreibung.

Die Beratungsfirma IDP Lateinamerika schätzt, dass Stromausfälle und mangelhafte Wartung von Ölfeldern und Raffinerien die Produktion dieses Jahr um 250.000 bis 500.000 bopd sinken lassen. Die zweite Jahreshälfte wird für Venezuela definitiv noch schlimmer werden, auch wenn das angesichts der dort vorherrschenden Zustände kaum vorstellbar erscheint.

Insgesamt belaufen sich die Ausfälle in Kanada, Nigeria, Venezuela und anderen produzierenden Regionen auf geschätzte 3,8 Millionen Barrel Öl pro Tag. Einige davon sind temporär, andere werden den Ölmarkt dauerhaft beeinträchtigen.

Größter Öl-Bär mit Kehrtwende

US-Öl WTI

US-Öl WTI 6 Monate

Vor kurzem sagte Goldman Sachs Ölpreise von 20 Dollar pro Barrel voraus und prophezeite, dass die Ölpreise noch für sehr lange Zeit auf dem niedrigen Niveau bleiben würden. In der letzten Woche dann die Kehrtwende: Nachdem Öl vom Tief um 86 Prozent gestiegen war, änderte Goldman seine Meinung und sprach davon, dass sich der Ölmarkt „früher in ein Defizit verwandelt hat, als man erwartet hat“. Auch andere Banken wie Morgan Stanley, Barclays und Bank of America bemerkten, dass die derzeitigen Angebotsverluste den Ölmarkt ins Gleichgewicht führen würden.

„Die physische Bereinigung des Ölmarktes hat endlich begonnen“, so Goldman Sachs. Dennoch lehnt sich die US-Investment-Bank nicht wirklich weit aus dem Fenster. Das Kursziel für die zweite Jahreshälfte 2016 hob die Bank von 45 Dollar auf 50 Dollar an. Gleichzeitig wurde die Vorhersage für das erste Quartal 2017 von 55 Dollar auf 45 Dollar reduziert. Bis Ende 2017 soll der Ölpreis dann auf 60 Dollar steigen. Bedenkt man, dass wir im Öl bereits bei über 48,00 Dollar/bbl notieren, ist die Kursziel-Anpassung wohl eher als  kosmetische Korrektur der bisherigen Fehleinschätzung zu interpretieren.

Goldman ist eine der aktivsten Banken für Öl-Hedging-Geschäfte und die Vorhersagen werden von einer Vielzahl großer Hedgefonds verfolgt. Mit seinen bisherigen Prognosen lag Goldman katastrophal schief. Geld konnten zumindest diejenigen verdienen, die das genaue Gegenteil dessen gemacht haben.

Öl-Preiszyklus stärker als Short-Spekulanten  

Auch diesmal könnte sich Goldman Sachs als Kontraindikator erweisen – insbesondere, was die niedrige Preisprognose für die zweite Jahreshälfte 2016 und das erste Quartal 2017 betrifft. Zunächst wurden die Produktionsausfälle vom Markt ignoriert, weil sie von vielen Tradern nur als temporär betrachtet wurden. Inzwischen haben sich die bullishen Wetten auf Öl wieder deutlich erhöht. In der Woche zum 17. Mai kletterte die spekulative Netto-Long-Position auf WTI um 76.809 auf 368.769 Kontrakte. Gleichzeitig erhöhte sich die Short-Position der Commercials (Öl-Produzenten, Öl-Händler und Hedging-Firmen) im selben Zeitraum um knapp 60.000 auf eine Netto-Short-Position von 351.429 Kontrakten. Die derzeitigen Produktionsausfälle in mehreren Teilen der Welt und die von ihrem Rekordhoch von 9,6 mmbd im Juni 2015 auf inzwischen 8,79 mmbp gesunkene U.S. Ölproduktion, sind ausschlaggebend für die Zunahme der Netto-Long-Position am Öl-Terminmarkt.

Noch entscheidender sind die Ölpreis-Zyklen, die sich seit 150 Jahren stets im gleichen Muster wiederholen. In den Medien ist immer wieder die Rede von einer „Balance“ im Ölmarkt. Doch in Wahrheit ist der Ölmarkt nie ausgeglichen. Hohe Preise führen stets zu Über-Investments, die in einer überschießenden Produktion enden. Tiefe Preise führen stets zu Unter-Investments, die in einem Angebotsdefizit enden.

Angesichts der mit geschätzten 400 Milliarden Dollar dramatischsten Kapitalkürzungen in der Geschichte des Ölsektors, wird sich das Angebotsdefizit ab 2017 und darüber hinaus dramatisch ausweiten. Noch vor einigen Monaten waren sich die Investmentbanken einig, dass Öl nie wieder die Marke von 100 Dollar erreichen wird. Ich werde die „Herren“ Investmentbanker daran erinnern, wenn es wieder soweit ist.

Keine Rettung für U.S. Shale Produzenten

Am Terminmarkt gilt die Marke von 50 Dollar als hartnäckiger Widerstand, da erwartet wird, dass die U.S. Shale-Produzenten ab diesem Niveau ihre Produktion hochfahren könnten. Doch das wird nicht passieren. Denn viele der Öl- und Gasproduzenten, die selbst bei 100 Dollar negativen Cashflow auswiesen, werden auch bei 60 oder 70 Dollar nur Geld verbrennen. „Bessere“ Produzenten wie EOG, Marathon, Statoil, Continental, Pioneer oder Diamondback, die bei durchschnittlich 53 Dollar pro Barrel den Break-Even erreichen, werden nicht sofort mit dem Bohren beginnen, nur weil der Ölpreis die Marke von 50 Dollar erreicht hat. Diese Produzenten benötigen die Gewissheit, dass der Ölpreis nicht nur stabil bleibt, sondern auch nachhaltig steigen wird. Darüber hinaus, dauert es 12 bis 15 Monate, um das nötige Kapital und die erforderlichen Fracking-Crews zu beschaffen. Das Problem: Sollte Öl steil ansteigen und einen neuerlichen „Mini-Boom“ im Shale-Sektor auslösen, ist es auch mit den großzügigen Rabatten der Öl-Service-Giganten vorbei. Die „Kosten-Inflation“ kann die Break-Even-Preise leicht um 20% bis 30% erhöhen, was den Nutzen steigender Ölpreise schnell zunichtemachen kann.

U.S. Öl & Gas: Pleitewelle erst am Anfang!

Öl-Bankrotte

SandRidge Energy ist bereits das fünfte Unternehmen, das neben Breitburn Energy, Linn Energy, Berry Petroleum und Penn Energy binnen fünf Tagen Bankrott ging. Seit Anfang 2015 meldeten 77 Unternehmen Insolvenz an – diese Zahl wird sich in den kommenden Monaten weiter erhöhen. Laut einer Schätzung von Deloitte, stehen 175 Öl- und Gasunternehmen weltweit vor dem Untergang und weitere 160 Unternehmen in einer finanziellen Notlage. Bislang sind in 2016 geschätzte 26 Milliarden Dollar in Schulden ausgefallen, deutlich mehr als die 17,5 Milliarden Dollar im Gesamtjahr 2015.

Durch die in den Medien propagierte „Öl-Rallye“ scheinen viele Anleger den Eindruck gewonnen zu haben, das Schlimmste sei vorbei und die Aktien der Produzenten stehen vor einem Turnaround. Das Problem ist die immense Überschuldung der Unternehmen. Im letzten Quartal wurden 86 Prozent der operativen Einnahmen allein für Zinszahlungen ausgegeben. Dieses Jahr werden zwar nur 5,1 Milliarden Dollar Schulden zur Rückzahlung fällig, doch das ändert sich dramatisch ab 2017, wo bereits 25,1 Milliarden Dollar zur Rückzahlung anstehen. Bis 2020 wird sich diese Zahl auf 52,5 Milliarden Dollar verdoppeln.

Um die Zinsen zu bezahlen, bleibt kaum etwas übrig, um in neue Bohrungen zu investieren. Selbst dann, wenn es vielen Unternehmen gelingen sollte, ihre Zinsen über 2016 zu bezahlen, bleibt die Frage, wie die Schuldverschreibungen zur Fälligkeit getilgt werden sollen. Wenn die Produktion innerhalb eines Jahres um 50% oder 60% schrumpft, können sich die Ölpreise mehr als verdoppeln und trotzdem fehlen die Einnahmen, um den Gläubigern ihr Geld zurückzuzahlen.

Wie irrational sich der Markt verhält, zeigt sich am Beispiel von Chesapeake Energy, die zeitweise zu den meistgehandelten Aktien am US-Markt zählte. Der Markt „feierte“ eine Reihe von Asset-Verkäufen und die Beibehaltung einer Kreditlinie und trieb den Kurs binnen kurzer Zeit von 1,50 Dollar auf über 7,50 Dollar nach oben. Bis ein Analyst von Barclays die Anteilseigner am 6. Mai daran erinnerte, dass die Aktie trotz einiger Fortschritte beim Schuldenabbau noch immer nicht mehr als 1 Dollar wert sei. Inzwischen ist der Kurs wieder unter die Marke von 4,00 Dollar gerutscht.

Chesapeake 2 Jahre

Fazit

Angesichts der zahlreichen Bankrotte, die uns insbesondere im U.S. Energiesektor noch bevorstehen, braucht es noch mehr Zeit, ehe sich ein Ende der laufenden Marktbereinigung abzeichnet. Die gute Nachricht: Mit der jüngsten Ölpreis-Rallye haben sich die Fundamentals für ausgesuchte Ölunternehmen bereits dramatisch verbessert. Sobald der Öl-Boom-Zyklus startet, stehen uns vergleichbare oder sogar noch stärkere Kursrallyes bevor, wie wir sie seit Januar/Februar im Minensektor erleben.

 

 

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Viele Grüße

Ihr Uli Pfauntsch

Chefredakteur www.companymaker.de / www.investman.de

 

 

 

 

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Über den Autor

Chefredakteur CompanyMaker, Spezialgebiet Gold, Silber, Minenwerte, Öl & Gas, Wachstum.

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